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Kinder - Osteopathie

Bei Neugeborenen und Babys gibt es häufig Probleme, die auch nach dem Besuch beim Kinderarzt weiterhin bestehen und mit den Methoden der Schulmedizin oft nicht ausreichend behandelt werden können. Dazu gehören:

  • ständiges lang anhaltendes Schreien
  • Dreimonats-Koliken
  • Schlafstörungen (gestörter Schlaf- Wachrythmus)
  • Trinkschwäche, Stillprobleme
  • ständiges Spucken beim Trinken
  • Schluckstörungen
  • eine Vorzugshaltung oder Verzögerungen in der motorischen Entwicklung (Lage- und Schädelasymmetrien)
  • die Neigung zu Mittelohrentzündungen (häufig Allergien)
  • Schielen

 

Allgemeines:

Eine Osteopathische Behandlung des Baby dient zur Erkennung und Behandlung von Funktionsstörungen, die von Schwangerschaft, Geburt oder anderen äußerlichen Einflüssen herrühren können.

Die manuelle Untersuchung erfolgt während Sie Ihr Baby auf dem Arm halten, auf dem Schoß des Osteopathen oder auf der Behandlungsliege. Häufig entspannt und beruhig sich das Baby schon während der Behandlung und schläft manchmal dabei ein.

Eine Behandlungseinheit dauert in der Regel 40 bis 60 Minuten. Meist reichen drei bis fünf Behandlungstermine aus, um vorliegende Funktionsstörungen zu beheben.

 

Hintergrundinformation:

Um eine klarere Vorstellung über mögliche Zusammenhänge zu vermitteln, möchte ich im Folgenden einige typische Ursachen-Komplexe für Symptome im Baby- und Kleinkindalter erklären. Diese können jedoch auch im späteren Kindes- und Jugendalter noch als Störfaktoren wirken.

Mögliche Folgen einer normalen Geburt:
Der Schädel eines Babys ist für die Druckbelastung bei einer normalen Geburt bestens ausgerüstet. Es kommt durch die physikalischen Kräfte zu einer starken Belastung der kindlichen Schädelknochen im Geburtskanal, die in der Regel im Anschluss wieder ausgeglichen wird. Dennoch kann es auch bei einem normalen Geburtsverlauf zu Blutergüssen, Stauchungen und Reizungen im Bereich der Hirnnerven, des Gewebes und der knöchernen Strukturen von Schädel und Wirbelsäule kommen. Diese können zu lang anhaltenden Funktionsstörungen im Bereich der Motorik, der Wahrnehmung und psychischen Befindlichkeit des Babys und Kleinkindes führen. Diese Störungen können durch eine sanfte fachgerechte osteopathische und/oder craniosacral-therapeutische Behandlung häufig beseitigt oder zumindest gemindert werden.

Frühgeburt:
Da Frühgeborene häufig eine Zeitlang maschinell beatmet werden müssen, kann es zu Läsionen (Verletzungen) im Bereich der Lungengabelung kommen, die zum Beispiel durch eine osteopathische Behandlung gut gelöst werden kann. Häufig kommt es auch zu Läsionen im Bereich des Hinterkopfes, da der Gebärmutterhals der Mutter aufgrund der vorzeitigen Entbindung angespannter war. Die psychische Belastung des früh geborenen Babys durch die Krankenhaus- behandlung und die notwendigen medizinischen Interventionen ist oft erheblich. Dazu kommt die zeitweilige Trennung von der Mutter und die Sorgen und Ängste der Eltern, die sich wiederum auf das Baby auswirken. Diese Funktionsstörungen können mit sanften Techniken behoben werden.

Saugglocken-Entbindung:
Durch den Einsatz der Saugglocke (Vakuum-Extraktion) wird der kindliche Schädel besonders starken physikalischen Kräften ausgesetzt, die zu einer Stressbelastung der weichen Schädelknochen und des darunter liegenden Membransystems führen können. Es kommt zudem oft zu Blutergüssen (Hämatomen) an der Aufsatzstelle der Saugglocke. Bei allen Babys empfehlen wir eine Untersuchung baldmöglischst nach der Entlassung aus dem Krankenhaus vorzunehmen.

Zangengeburt:
Hier wird bei der Entbindung synchron mit den Wehen der Kopf des Kindes mit zwei Zangenlöffeln umfasst und aus dem Geburtskanal herausgezogen. Es kommt dabei zu einer starken Druckbelastung der seitlichen Schädelknochen und zu Hämatomen. Es kann zu strukturellen und funktionellen Störungen im Bereich der Halswirbelsäule und der Schädelbasis sowie des Gesichtsnerven kommen. Bei Verletzungen der Halsmuskulatur mit Einblutungen ins Gewebe ist eine intesive Therapie im Abstand von wenigen Tagen erforderlich. Nichbehandelte Einblutungen und Verklebungen einer Seite können u.a. zum Schiefhals führen.

KISS-Syndrom (Kopf induzierte Symetrie-Störung):
Mögliche Hinweise für ein Vorliegen stellen eine einseitige Körperhaltung, eine Schiefhaltung des Kopfes, eine Berührungsempfindlichkeit in der Nackengegend, eine Vorzugshaltung und Schlafstörungen sein. Auch wird ein Zusammenhang zu Störungen wie Dreimonatskoliken, ständigem Schreien, einer Neigung zu hyperaktivem Verhalten, Kopfschmerzen, Rückenschmerzen vermutet.

Sectio (Kaiserschnittentbindung):
Häufig weisen gerade diese Baby's Störungen auf. Bedenken Sie, daß Kaiserschnittentbindungen oft Notfall-OP's sind, die wegen massiven Störungen im Geburtsvorgang erfolgen. Auch geplante Sectio's sind keine Garantie, daß keine Störungen vorliegen. So ermöglicht eine Sectio z.B. bei einer Beckenendlage, daß der kindliche Schädel, bzw. Körper geburtstechnisch nicht belastet wird, jedoch intrauterin wochenlang nicht physiologischen Belastungen ausgesetzt war.